Baugeld: Fälligkeitsdarlehen

Fälligkeitsdarlehen: Eher Überbrückung als Immobilienfinanzierung

Neben dem Annuitätendarlehen, einem herkömmlichen Baugeld und dem Tilgungskredit gibt es eine weitere Möglichkeit, langfristig Kapital für eine Immobilienfinanzierung zu beschaffen: das Fälligkeitsdarlehen, auch endfälliges Darlehen genannt.

Häufig werden Kredite und Darlehen zur Finanzierung von Anschaffungen aufgebracht, die aus eigenen Mitteln (Eigenkapital) nicht realisiert werden könnten. Zu diesem Zweck wird Fremdkapital aufgenommen, das Banken und andere Kreditinstitute entgeltlich zur Verfügung stellen. Die Kosten für ein Darlehen spiegeln sich in den Zinsen für das Fremdkapital wieder. Zinsen sollen sowohl die Kosten der Kreditinstitute decken, als auch eine Risiko-Vergütung und einen Gewinnzuwachs ermöglichen.

Für manche Kreditnehmer allerdings ist es nicht optimal, auf klassische Kredite und Darlehen wie das Annuitäten- und das Tilgungsdarlehen zurückzugreifen, da sie die monatliche Tilgung nicht vornehmen können oder wollen. Für diese Interessen wurde das Fälligkeitsdarlehen lanciert.

Prinzip eines Fälligkeitsdarlehens

Das Fälligkeitsdarlehen unterscheidet sich hinsichtlich der laufenden Tilgung grundlegend von den anderen Darlehensarten: Es gibt keine!

Beim Fälligkeitsdarlehen wird die Darlehenssumme während der Laufzeit nicht getilgt. Häufig sind die Laufzeiten eines Fälligkeitsdarlehens etwa zwischen 5 und 10 Jahren. Während der Laufzeit, zu der normalerweise eine regelmäßige Tilgung erfolgt, durch die die Restschuld geschmälert werden soll, findet beim Fälligkeitsdarlehen lediglich eine konstante Zins-Zahlung statt.

Wie bei jedem anderen Darlehen und Kredit werden die Zinsen auf das noch ausstehende Kredit-Kapital errechnet. Da dieses während der gesamten Laufzeit beim Fälligkeitsdarlehen nicht abnimmt, haben die Zinsen eine gleichbleibende Höhe. Die Zins-Zahlungen stellen die einzigen Verpflichtungen des Kreditnehmers während der Laufzeit dar.

Am Ende der Laufzeit muss dann aber das gesamte Fremdkapital, das per Fälligkeitsdarlehen geflossen ist, mit einem Mal zurückgezahlt werden. Dies stellt eine enorme finanzielle Belastung dar, die ohne weiteres nicht geschultert werden kann.

Wann macht ein Fälligkeitsdarlehen Sinn?

Für den ‚normalen‘ privaten Kreditnehmer ist ein Fälligkeitsdarlehen im Normalfall nicht das Richtige!

Ein Fälligkeitsdarlehen macht nur für solche privaten Kreditnehmer wirklich Sinn, die diese endfällige, einmalig hohe Summe entweder per Kapitallebensversicherungen oder Bausparverträge begleichen können, die sie während der Kredit-Laufzeit angespart haben. Die Einbindung bestehender Lebensversicherungs- oder Bausparverträge dient hier als Kreditabsicherung und Kredittilgung.

So können sie das Geld, das sonst in die Tilgung geflossen wäre, zinsbringend am Kapitalmarkt, beispielsweise in eine Lebensversicherung, anlegen, um mit dieser den Kredit abzusichern und bei Fälligkeit auch abzulösen. Allerdings ist diese Variante für Privatkunden nicht empfehlenswert, da aufgrund der konstant bleibenden Restschuld-Höhe die Zinsen für das Fälligkeitsdarlehens vergleichsweise sehr hoch sind.

Ebenso kann ein Fälligkeitsdarlehen für Menschen interessant sein, die sich durch Aktien- und Fondsspekulationen einen so hohen Gewinn erhoffen, dass sie das geliehene Geld durch die erwirtschafteten Gewinne begleichen können. Allerdings sind diese sogenannten Zinsdifferenzgeschäfte, bei denen darauf spekuliert wird, dass die Gewinne höher als die Fremdkapital-Zinsen sind, wie alle Aktiengeschäfte ein äußerst riskantes Vorgehen.

Das Geld, das per Fälligkeitsdarlehen zur Verfügung steht, wird hier mit der Absicht auf Kursgewinne am Aktienmarkt in Aktien und Hedgefonds angelegt. Häufig sind diese Anlagen in der Tat hoch spekulativ. Das Verlustrisiko ist somit enorm, jedoch bieten sich tatsächlich ebenso gewaltige Renditechancen. Wer ein Fälligkeitsdarlehen zu diesem Zweck aufnimmt, sollte somit anderweitige Kreditsicherheiten mitbringen, da das geliehene Geld als Spielgeld zu behandeln ist.

Unternehmen setzen auf Fälligkeitsdarlehen

Ein Fälligkeitsdarlehen kann allerdings für Unternehmen eine optimale Finanzierung darstellen!

Gerade junge Unternehmen, die sich erst noch am Markt etablieren müssen, können durch Vorlage eines Finanz- und Unternehmenskonzeptes ein Fälligkeitsdarlehen beantragen und so den Auf- und Ausbau des Unternehmens finanzieren und eigene Position im jeweiligen Marktsektor stärken. Sieht die Bank, die Versicherung oder das Kreditinstitut Entwicklungspotential und ein wahrscheinliches Erreichen der Unternehmensziele, können junge Unternehmen auch bei nicht vollständig ausreichenden Kreditsicherheiten ein Fälligkeitsdarlehen beantragen.

Hat sich das junge Unternehmen dann gefestigt und gewinnbringend am Markt etabliert, stellt es häufig kein Problem mehr dar, das Fremdkapital des Fälligkeitsdarlehens am Ende der Laufzeit zurückzuzahlen. Durch die niedrigen Zinsaufwendungen sind die laufenden Kosten durch den Kreditzins in aller Regel ebenfalls kein Problem. Das Fälligkeitsdarlehen dient hier der Überbrückung vom Unternehmensaufbau bis zur Festigkeit des Unternehmens am Markt.

Ebenfalls attraktiv ist ein Fälligkeitsdarlehen für forschende Unternehmen. So müssen beispielsweise Pharma-Unternehmen die Zeit der Forschung an einem neuen Medikament überbrücken. Ist dieses Medikament erst einmal auf dem Markt zu kaufen, können durch die immensen Einnahmen die Verbindlichkeiten aus dem Fälligkeitsdarlehen problemlos gezahlt werden. Lediglich eine Überbrückung der Dauer für Forschung und Entwicklung ist notwendig.

 
 
 
 

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen