Ratgeber: Verträge mit Baufirmen

Bauherren, die einen Vertrag über den Bau ihrer Immobilie verhandeln, sollten sich über umfangreiche Ratgeber vorab gründlich informieren. Das rät unter anderem der Bauherren-Schutzbund.

Das Paradoxon besteht nach Ansicht der Experten darin, dass die Bauherren bei ihrer größten Investition im Leben zu oft aus dem Bauch entscheiden und Ratgeber viel zu wenig in Anspruch genommen werden.

Dabei können die künftigen Bauherren nirgendwo so viel sparen wie beim gut gestalteten Vertrag über den Bau ihrer Immobilie.

Ratgeber zum Vertrag für die Immobilie

Wer einen Fernseher, eine Waschmaschine oder einen neuen PC anschafft, informiert sich vorab gründlich im Internet, wälzt Prospekte und liest alles, was diverse Ratgeber zum Produkt berichten. Bei wirklich großen Investitionen – dem Autokauf und der Luxusreise – werden Ratgeber erst recht studiert. Bei der größten Investition jedoch vernachlässigen künftige Bauherren die Recherche und ziehen Ratgeber viel zu wenig heran.

Das ist sogar nachvollziehbar, denn wenn normale Menschen plötzliche zu Bauherren werden, sehen sie sich einem Wust von Anforderungen und Problemen gegenüber, der das gewohnte Maß weit übersteigt. Zu einer Immobilie gehören viele kleine, verästelte Details, deren Gestaltung sich im Vertrag der Baufirma wiederfindet – oder es zumindest sollte.

Die Experten des beauftragten Bauunternehmens haben natürlich gegenüber den Bauherren einen ungeheuren Wissensvorsprung, und diesen nutzen sie aus. Ohne entsprechenden Ratgeber durchschauen die künftigen Bauherren den Vertrag über die Erstellung ihrer Immobilie nur selten. In der Regel akzeptieren die Bauherren diejenigen Verträge, welche die Baufirmen vorlegen, doch hier handelt es sich um Standardangebote.

Die Immobilie wird danach errichtet, das funktioniert schon. Wesentliche Leistungen jedoch müssen nicht gesetzlich vereinbart sein, sie können anschließend nur teuer hinzubestellt werden.

Auf umfassende Verträge achten

Daher raten die Experten vom Bauherren-Schutzbund, in die Verträge so viel wie möglich hineinzuschreiben und sich hierzu einen Bauexperten zu Seite zu nehmen. Nur wer den Vertragsgegenstand so umfassend wie möglich beschreibt, erhält dadurch die Rechtssicherheit für die gewünschte Gestaltung seiner Immobilie. Seitens der Baufirmen werden nämlich gern laxe Formulierungen verwendet.

Da heißt es beispielsweise, die Außenwände seien ‘laut Statik’ zu errichten, im Bad dürfen es ‘italienische Designerfliesen‘ sein (das Angebot ist riesig) oder die Immobilie sei halt mit einer ‘modernen Zentralheizung’ ausgestattet. Mit welcher, bitteschön? Die Preis-Leistungs-Unterschiede betragen hier Dutzende und Hunderte Prozentpunkte. Die Bauherren jedoch getrauen sich nicht zu fragen, zu komplex erscheint die Materie.

Das ist völlig verkehrt und kostet in aller Regel sehr viel Geld. Daher sollten künftige Eigenheimbesitzer keinesfalls schüchtern auftreten, sondern beständig nachfragen, verhandeln und Nachbesserungen einfordern. Auch die Bank, die den Baugeld-Kredit vergibt, kann das verlangen, schließlich besichert nur ein wirklich wertvolles Objekt das Darlehen ausreichend.

Die Bau- und Leistungsbeschreibungen sind verhandelbar, das sollten Bauherren wissen. Unter anderem gehören die Bauleitung und die Planung in die Leistungsbeschreibung hinein, ansonsten müssten die Kunden sie nämlich extra bezahlen.

Bauherren, denen so etwas passiert, sind in der Regel völlig überrascht, und es wird auch richtig teuer: Der Standardvertrag eines Architekten über ein Eigenheim (den dieser als Werkvertrag aus der Schublade zieht) kostet immer fünfstellig.

 
 
 
 

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